Willkommen auf unserer Fan-Club Page

 

Wir sind alle Wendezeller Jungs

 

 

Unsere Mitglieder sind fast alle in Wendezelle aufgewachsen und haben im Fußballverein TSV Wendezelle ihre Stiefel geschnürt, einige sind heute noch aktiv. Wenn man das Gründungsjahr des Vereins betrachtet, könnte man ein schlechtes Gewissen bekommen. Unsere Geburtsjahrgänge liegen fast alle im Bereich 1960'er und 70'er Jahre und alle pilgern schon seit längerer Zeit in den Tempel. Auch sagenumwobene Spiele wie gegen Dynamo Kiew oder das 4:3 n.V. als Zweitligist gegen den HSV wurden gesehen. Popivoda, Franke und Co. durften einige also auch live erleben. Auch das Aufstiegsdrama gegen Kickers Offenbach war eine feine Sache. In der alten Gegengerade haben auch noch einige gestanden, wir haben aber auch ein paar Mitglieder die erst seit den 1990'ern dabei sind.

 

Natürlich steht für uns im Vordergrund die Eintracht in den 90 Minuten mit allen Mitteln zu unterstützen und zum Sieg zu verhelfen. Aber nicht nur beim Fußball geht es darum, anständig mit Niederlagen umzugehen. Ein wenig mehr Fairplay würde dem Fußball sicher gut tun. Unser Ehrenmitglied Walter Schmidt durfte es in den 1960'ern noch erleben, und auch die Elf der Saison 1976/77 mit der besten Auswärtsbilanz aller Bundesligisten - obwohl der Ton in den 70'ern schon etwas rauher wurde und die Entwicklung mit Krawallen ihren Anfang nahm. Da wurde die Leistung des Gegners in fremden Stadien anerkannt, und dieser wurde desöfteren mit Applaus verabschiedet. Wo gibt es sowas heute noch zu sehen? Es scheint fast so, dass sich der Fairplaygedanke des Zuschauers an die ausufernden Gehälter der Profis angepasst hat.

Es gibt natürlich Ausnahmen.

In den späten 1990'ern wurden die Borussen Fans aus Dortmund überrascht. 1997 ging es mit einem 1:0 Hinspielsieg auf die Insel um dort das Halbfinalrückspiel der Champions League gegen Manchester United zu bestreiten. Die Borussen setzten sich wie im Hinspiel mit 1:0 durch und nach dem Schlusspfiff rottete sich nach und nach eine immer größer werdende Menge von Manchester Fans hinter der Gästetribüne zusammen. Natürlich waren auch die Borussen mit einigen tausend Fans nach Manchester gereist, aber nach Überblick der Menge von Manchester Fans ging ihnen der Arsch sicherlich schon ein wenig auf Grundeis. Was dann passierte erlebt man wahrscheinlich nicht oft als Fan. Die Manchester Fans klatschten minutenlang Beifall um ihre Anerkennung für die Leistung der Borussen Fans, die ihre Mannschaft über volle 90 Minuten frenetisch unterstützt hatten, zum Ausdruck zu bringen. Ich habe keinen Borussen-Fan befragt, aber ich könnte mir vorstellen, dass erst einige Pipi in der Hose und später in den Augen hatten.

Aber ist es nicht das was man als Fan lesen will?

Für uns steht fest, wie sich die Spieler auf dem Feld nach 90 Minuten die Hände reichen, ist es für uns selbstverständlich, mit den gegnerischen Fans nach dem Spiel ein Bierchen zu trinken.

Alles andere ist Kokolores!

 


Wendezelle gehörte bis 1974 zum Landkreis Braunschweig. Durch eine Umstrukturierung wurde Wendezelle dem Landkreis Peine zugeordnet. Gerüchten zufolge gab es Aufstände und Hausbesetzungen als die Bürger ihr BS - Kennzeichen gegen ein PE eintauschen mussten. So richtig einverstanden ist auch heutzutage noch niemand damit.


Tradition - Gedankengänge

 

Über mein 1968' Baujahr bin ich dann doch nicht so erfreut, hätten meine Eltern das nicht besser planen können? Na gut, andererseits wäre ich dann auch ein Jahr älter. Ich würde es wohl in Kauf nehmen. Ja, wir Eintracht-Fans sind hartgesotten und stehen auch in schlechten Zeiten zu unserem Verein.

Meine Idole waren Popivoda, Berni, Hasse Borg und Pferde Franz. Die beiden Erstgenannten sicherlich zu ihrer besten Zeit mit dem Prädikat Weltklasse einzustufen. Die Bundesliga galt in den 1970'er Jahren als die beste Liga der Welt, was auch in internationalen Begegnungen durch Erfolge der deutschen Vereine bestätigt wurde.

Die 1967'er Meisterelf, das war für mich als Kind zu weit weg und nicht begreifbar. Die Bewunderung für diese außergewöhnliche Leistung kam erst später.

Auch der Versuch meiner Verwandtschaft mich zum HSV-Fan zu machen scheiterten. Da meine Eltern aus Schleswig-Holstein kommen, gings in den Ferien immer auf Besuch zu Verwandten. Da wurde dann regelmäßig das Trainingsgelände Ochsenzoll des HSV angesteuert. Eine sehr erfolgreiche Zeit des HSV Ende der 1970er, Anfang der 80er Jahre. Branko Zebec der Schleifer und Taktikfuchs, Ernst Happel der Grantler und mit Top-Stars wie Kevin Keegan, der Zäune überwinden musste um unverletzt vor lauter Fan-Andrang den Trainingsplatz zu erreichen, Kaltz, Magath, Beckenbauer und Hrubesch um nur einige zu nennen, gut aufgestellt.

Aber nein, das konnte ich Popi, Berni und Co. nicht antun. Und als Jimmy Hartwig meinem Bruder auf die Frage: "Darf ich mal schießen" begegnete - "ja - zuhause mit der Wasserpistole", wurde ich in meiner Entscheidung bestätigt.

Auch Besuche bei "Uns Uwe" Seeler, der in der Nähe vom Trainingsgelände Ochsenzoll wohnt, konnten mich nicht überzeugen. Eintracht ist nunmal Aantracht!

Jens Münster

P.S.: Jimmy wurde dann ja in der Saison 1980/81 im DFB-Pokal Viertelfinale abgestraft. Die ausführliche Statistik ist unter Highlights zu finden.

 


Stadionluft

 

Meine erste Begegnung bei Eintracht war im Oktober 1977 ein Flutlichtspiel gegen den HSV. Das ist zumindest die Begegnung, an die ich mich als erstes erinnern kann. Da hat mein Daddy ein gutes Händchen gehabt. Der HSV wurde mit 4:0 abgefertigt und ein Flutlichtspiel war natürlich damals was besonderes, und es herrschte eine einzigartige Atmosphäre - ich hatte Gänsehaut. Danilo Popivoda bot eine Weltklassevorstellung und spielte Peter Hidien Knoten in die Beine, dass er einem fast leid tat. Das war Fußball auf höchstem Niveau. Peter Hidien war auf dem Sprung in die Nationalmannschaft und Poppi hat ihm seine Karriere doch wohl ein wenig versaut.

Zwei Wochen später musste ich mit ansehen, wie unsere Eintracht von Borussia Mönchengladbach mit 0:6 auseinandergenommen wurde. Allan Simonsen, der kleine Wirbelwind erzielte in der ersten Hälfte einen lupenreinen Hattrick und war von unserer Abwehr nicht zu stoppen. Da war es mit der Herrlichkeit erstmal vorbei, ich war ja auf meinen Daddy angewiesen und der nahm sich ob der Leistung unserer Aantracht erstmal eine Auszeit.

In nur zwei Wochen wurde ich darauf eingestimmt, was mich in den nächsten 40 Jahren erwartete. Ein Auf und Ab, ein himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Aber auch die höchste Heimniederlage Eintrachts Bundesligageschichte konnte mich nicht davon abhalten, den Löwen auf der Brust immer mehr zu verinnerlichen.

 

„Seinen Verein kann man sich nicht aussuchen, der Verein sucht dich aus” (Nick Hornby).








AKTUALISIERT *01-08-2017*